Gemeindeforum am 6. Februar 2013

Gemeindeforum am 6. Februar 2013



Am Anfang waren wir unsicher: Wie viele Bürger und Gemeindeglieder werden wohl kommen zu einem Abend, bei dem wir die Arbeit unserer Kirchengemeinde vorstellen und uns dem kritischen Dialog mit der Öffentlichkeit aussetzen? Doch die Bedenken waren schnell verflogen: Im Nu saßen an den Tischen im großen Gemeindesaal etwa 90 Interessierte, um sich bei einem Viertele anzuschauen, was die Gemeinde so treibt.
Der Abend stand unter dem biblischen Motto „Suchet der Stadt Bestes“. Denn das ist es, was wir als Kirchengemeinde wollen: Wir wollen für die Menschen in der Stadt und ihren Teilorten da sein, Leben mit ihnen teilen und für sie beten – engagiert, aber unverkrampft. Denn auch das wissen wir bei allem Einsatz: „Wir haben hier keine bleibende Stadt …“

In einem ersten Teil stellten sich exemplarische Mitarbeiter der Gemeinde vor: Jürgen Brosi erzählte von unserem Zugpferd in der Kinder- und Jugendarbeit, der jährlichen Kinderbibelwoche. Thomas Huber berichtete von unseren Kooperationsbemühungen in der Jugendarbeit mit den Nachbargemeinden. Grit-Angela Bertsch blickte auf 26 segensreiche Jahre mit dem „Reli für Erwachsene“ zurück. Die Seniorentanzleiterin Marlene Flohrer beließ es nicht nur beim Erzählen, sie spannte gleich den ganzen Saal in einen Sitztanz ein. Und Dr. Peter von Hunnius schaute auf die Geschichte des Weltladens zurück, die untrennbar mit der Kirchengemeinde verwoben ist.

Im zweiten Teil kamen Vertreter aus Stadt, Vereinen und Gewerbe zu Wort. Für die Stadt sprach der Förster und Stadtrat Oliver Muth, für die Weiler der Obstbauer und Gesangvereinsvorsitzende Günter Dorn, für die Vereine der TGV-Vorsitzende Paul Stadel, für die Landwirte und Weingärtner der Wengerter Hans Wiedenmann und für das Gewerbe die Geschäftsfrau Elke Leontiev. In den Gesprächen auf dem Podium ging es um die Präsenz der Kirchengemeinde im öffentlichen Leben, die Sorge der Weiler um ihre Johanneskirche und die anstehende Kürzung im Pfarramt 2 in Billensbach.
Für musikalische Unterbrechungen der vielen Wortbeiträge sorgten die Pfadfinder unter der Leitung von Dirk Otto und Timea Grill, die zu den tragenden Säulen unserer Kinder- und Jugendarbeit zählen, der Kirchenchor unter der Leitung von Volker Nabakowski und der Posaunenchor unter der Leitung von Hartmann Dippon.

Lässt sich ein Fazit des Abends ziehen? Zumindest ein vorläufiges, das endgültige ziehen wir auf der kommenden Klausurtagung des Kirchengemeinderats. Wir nehmen wahr: Vieles läuft in der Gemeinde gut und kommt auch gut an, manches könnte aber noch besser öffentlich kommuniziert werden. Auch können wir noch an unserer Präsenz arbeiten, der Herzschlag der Gemeinde soll im Leben der Stadt noch stärker spürbar sein. Das Miteinander von Stadt und Weilern wird ein Thema der nächsten Jahre bleiben, nicht nur in der Frage der Gottesdienstzeiten. Und auch bei der Frage, wie der Vereinzelung in den Weilern durch ein neues Wir-Gefühl entgegengewirkt werden kann, ist die Kirchengemeinde mit Ideen und Tatkraft gefragt. Schließlich gehört zu den Ergebnissen auch das Anliegen, die anstehenden Kürzungen, wenn sie denn schon nicht verhindert werden können, mit Augenmaß umzusetzen.

Am Schluss bleibt der Dank: Wir danken all denen, die sich öffentlich oder schriftlich zu ihrer Kirchengemeinde geäußert haben und uns damit helfen, wirklich der Stadt Bestes zu suchen. Wir danken den vielen fleißigen Helfern, die zum Gelingen des Abends beigetragen haben, sei es beim Auf- und Abbau, sei es in der Küche oder bei der Musik. Wir danken den Beilsteiner Landfrauen, die für unser leibliches Wohl gesorgt haben. Und wir danken unserer Moderatorin Tina Arnold, die mit Witz und Charme, einem guten Gespür für die Themen, die dran sind, und einem passgenauen Zeitgefühl durch den Abend geführt hat.
„Das müsste es öfter geben“, war ein vielfacher Wunsch am Ende. Wir bleiben mit Stadt und Vereinen im Gespräch, um nach Wegen zu suchen, diesem Wunsch Raum zu geben.